Bitte haben Sie etwas Geduld - die Panoramabilder laden etwas länger.

Die Laager Stadtkirche ist ein dreischiffiger Backstein-Hallenbau aus der Übergangszeit Romanik/Gotik. 
Der Chor der Kirche wurde schon vor Mitte des 13. Jahrhunderts erbaut, das Schiff und der Turm Mitte des 14. Jahrhunderts. 
Der Chores weist zwei Gewölbe mit starken Rippen auf. 
Sie werden von Pilaster-Bündeln getragen, die ungewöhnlich schöne Kapitelle von Laubwerk und Gesichtsmasken haben.

Das Altarbild ist ein Geschenk des Großherzogs Friedrich Franz II. Vor der Reformation standen neben dem Hochaltar 5 Nebenaltäre, die reiche Lehen trugen. Große Brände in der Stadt verschonten auch die Kirche nicht. 1569 brannte sie bis auf die Umfassungsmauern nieder, auch der Turm und die Glocken stürzten ein. Im 30jährigen Krieg 1637, an einem Pfingsttag, wurde die ganze Stadt, einschließlich der Kirche, in Trümmer gelegt.

Das Schiff hat ein hölzernes Gewölbe – eine Besonderheit, die man kaum noch findet. Beim Wiederaufbau nach Kriegseinwirkungen waren die Außenwände der Kirche so schwach, dass sie kein gemauertes Gewölbe hätten tragen können.

Seit 1721 hat die Kirche 3 neue Glocken, Orgelweihe war 1722. Zu Kriegszeiten wurden die Glocken beschlagnahmt, eingeschmolzen und zu Waffen verarbeitet. Erst am 24. Januar 1957 wurden drei neue Stahlglocken , die in Apolda gegossen wurden, unter großem Geleit der Gemeinde vom Bahnhof abgeholt und auf zwei mit Tannengrün geschmückten Wagen zur Kirche gebracht. Die Glocken tragen die Inschrift:

Seid fröhlich in Hoffnung – Geduldig in Trübsal – Haltet an am Gebet. Röm. 12,12

Die Kirche, die nur kahle, weißgetünchte Wände hatte, erhielt durch Ausmalen und Stiftung von Glasfenstern um die Jahrhundertwende ein würdiges Aussehen. Die vier großen Glasfenster weisen Motive aus der biblischen Geschichte auf:

Die Ankündigung der Geburt Jesu an Marie
Die drei Weisen aus dem Morgenland
Die Auferstehung des Jünglings zu Nain
Die Kreuzigung Jesu

Die Glasmalereien wurden durch den Hofdekorationsmaler Krause in Rostock ausgeführt und stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Im Laufe der Zeit mussten Teile der Fenster häufig ausgebessert oder erneuert werden, da sie durch Kriegseinwirkungen und unbekannte Täter immer wieder beschädigt wurden. Die letzte große Restaurierung dieser wertvollen Fenster war in den Jahren 1983 – 1989. Diese Ausgaben wurden durch Spenden und Kollekten finanziert.

 Zwei Kronleuchter zieren die Kirche. Der Messing-Kronleuchter im Chor wurde von dem Domänenrat Mierendorff auf Wardow gestiftet; den großen schmiedeeisernen Kronleuchter hat die Gemeinde durch Kollekten finanziert. Er wurde nach einer Zeichnung des Landbaumeisters Hamann (Hagenow) von dem Laager Schlossermeister Tackmann angefertigt. Dieser Kronleuchter wurde auf einer Gewerbe-Ausstellung in Rostock mit einer Medaille ausgezeichnet und hängt seit 1892 im Kirchenschiff.
Die Orgel wurde durch den Orgelbauer Friese aus Polchow für 595 Taler geliefert und 1795 eingeweiht. Im 1. Weltkrieg wurden die Prospektpfeifen aus Zinn ausgebaut, eingeschmolzen und zu Waffen verarbeitet. Erst 1928 wurden sie wieder eingebaut. 1957 bekam die Orgel einen elektrischen Windmotor. Ende der 60er Jahre wurde die Orgel restauriert, 1970 wurde die Orgelemporen erweitert und eine komplett überholte Orgel mit 14 Registern und 675 Pfeifen eingebaut. 1975 wurden weitere Register und Pfeifen eingebaut. Die Orgel hat zur Zeit 20 Register und 1269 Pfeifen.

Das große Kruzifix an der Wand der Sakristei soll 1886 der erste Amtsrichter in Laage „Schröder“ der Kirche zum Dank für seine Genesung gestiftet haben.

Zum Seitenanfang